glutenfreies Brot

Rezept: Glutenfreies Brot selber backen

Darüber, wie schwierig ist, mit glutenfreiem Mehl zu backen, habe ich ja schon mehrmals geschrieben. Das gilt besonders und vor allem auch für das Thema Brot. Vorab: Ich liebe Brot. Ich esse Brot wahnsinnig gerne und wenn man mir die Wahl zwischen einem Brot mit Butter und Käse und einer Tafel Schokolade gibt, werde ich mich für das Käsebrot entscheiden. Und ich habe Brot schon immer geliebt, obwohl das Brot es mir nicht immer leicht gemacht hat.

Wie ihr wisst, wurde bei mir schon im Kleinkindalter Zöliakie diagnostiziert. Kleinkind war ich Anfang der 80er Jahre. Zöliakie, glutenfrei – all das war noch kaum jemandem ein Begriff. Meine Mutter musste das glutenfreie Mehl bestellen, zwei Bäckereien in Österreich führten es damals. Und ganz wenige Reformhäuser. Dieses Mehl war erstes teuer und zweitens naja, etwas eigenwillig. Und mit diesem Mehl buk meine Mutter das Brot für mich. Es war bröselig. Es war hart. Es war gelblich. Es war geschmacksarm.

Bitte nicht falsch verstehen, meine Mutter gab ihr Bestes. Mischte Körner dazu, verwendete verschiedene Öle, und manchmal, ja manchmal vergaß sie das Salz 😉

Die Mehle wurden besser, Geschmack und Konsistenz damit auch. Ich fing an selbst beim Brot backen zu helfen und es schließlich selbst zu machen. Immer nach dem gleichen Rezept, abgewandelt mit den beigemengten Körnern. Und auch wenn das alles gerade irgendwie wenig köstlich klingt – es hat mir geschmeckt. Und das Spannendstes: Ich bin noch heute auf diesen Brotgeschmack konditioniert. Das ist Brot, wie ich es kenne. Auch wenn ich mittlerweile oft Backwaren bestelle, im Supermarkt kaufe oder Fertigmischungen verwende – die mir alle großteils sehr gut schmecken -, zwischendurch backe ich noch immer sehr gerne nach dem „Ursprungsrezept“.
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Allerdings wandle ich es auch ab. Eben einmal mit Leinsamen, ein anderes mal mit Kürbiskernen und seit kurzem habe ich Flohsamenschalen für mich entdeckt. Diesen werden allerhand gesundheitsfördernder Wirkungen zugeschrieben. Grundsätzlich sind die Körner aber eine sehr gute Ballaststoffquelle. Sie haben – ähnlich wie Chiasamen – sehr gute Quelleigenschaften, was aus ihnen ein gutes Bindemittel macht. Und das ist natürlich von großem Vorteil für glutenfreies Backen, wo ja mit dem Gluten genau das fehlt. Flohsamenschalen gibt es in Reformhäusern, Apotheken und auch im Internet.

glutenfreier Brotteig

Das Rezept

Das nun vielbeschriebene Brotrezept verwende ich auch deshalb so gerne, weil es sehr einfach ist und schnell geht. Die Brötchen friere ich ein und taue sie einzeln je nach Bedarf auf.

Die Zutaten:

  • ein Kilo Mehl (ideal: Mantler Mehl)
  • ein Liter lauwarmes Wasser
  • zwei Packungen Trockengerm
  • ein gehäufter Teelöffel Salz
  • drei Esslöffel Flohsamenschalen
  • zwei Esslöffel Brotgewürz
  • drei Esslöffel Öl
  • nach Geschmack: Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne…

glutenfreie Brötchen vor dem Backen

Die Zubereitung:

  • Das Mehl mit Germ, Salz, Brotgewürz und Kernen mischen
  • Mit der Küchenmaschine auf langsamer Stufe durchkneten, nach und nach das Wasser dazu
  • Langsam Öl dazu
  • eine Weile gut durchkneten lassen
  • Aus dem Teig nicht zu große Brötchen formen. Dabei die Hände immer wieder naß machen, da der Teig sehr klebrig ist
  • Die Brötchen nicht zu nah aneinander auf die Backbleche legen (Teig ergibt etwa zwei Backbleche voll)
  • Brötchen etwa eine Stunde gehen lassen, bis sie deutlich an Volumen zugelegt haben (ideal: doppelt so groß)
  • Im Ofen bei 180 Grad Umluft etwa 40 Minuten backen

Gutes Gelingen!

Glutenfreies Brotrezept

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