20161223 173440 e1482914219292

Brot, das hält, was es verspricht

Wenn man sich in Zöliakie-Foren umsieht, aber auch, wenn man als Betroffener mal ganz genau überlegt, was die größte Schwierigkeit und Umstellung ist, gibt es meist eine klare Antwort: Brot. Glutenfreies Brot, das schmeckt und auch noch entfernt etwas damit zu tun hat, was man als Brot in Erinnung hat, ist selten. Das liegt vor allem daran, dass Gluten sehr viel mit der Backfähigkeit zu tun hat (mehr dazu hier).

Wobei, natürlich sind die Produkte heutzutage überhaupt kein Vergleich zu meinen Anfangszeiten. Immer buk meine Mutter das Brot selbst. Ganz selten bestellte sie bei einer Wiener Bäckerei (ich glaub der damals einzigen, die glutenfreie Produkte im Sortiment hatte) um viel Geld so etwas wie Weißbrot und Gebäck. Das war zwar jedes Mal ein echtes Highlight. Aber vor allem deshalb, weil es etwas gekauftes war, etwas, das ein bisschen Ähnlichkeit mit Semmeln – die Nicht-Coelis in meinen Augen immer mit besonders großem Genuss verspeisten – zu tun hatte. An den Geschmack dieser Weißbrote erinnere ich mich zwar noch ganz genau, aber eben wegen diesem „Etwas-Besonderes“-Aspekt. Es war okay, aber auch nicht so viel besser, als das Selbstgebackene.

Die Palette erweiterte sich im Lauf der Jahre ja ganz extrem. Es gibt glutenfreies Brot in den verschiedensten Varianten, es gibt Gebäck, es gibt Semmerl, Vollkornweckerl,… Und großteils ist das alles auch wirklich in Ordnung. Preislich zum Teil absurd bis unverschämt, manchmal aber auch schon durchaus im Rahmen des Erträglichen. Und geschmacklich für Neudiagnostizierte noch immer gewöhnungsbedürftig, aber in Sachen Geschmack, Konsistenz und auch Haltbarkeit kein Vergleich zu dem, was man früher in so manchem Reformhaus gefunden hat.

Bestellung Die Maisterei

Über eine besonders erwähnenswerte Bäckerei bin ich erst kürzlich gestolpert. Wäre übrigens auch nicht anders gegangen, weil es sie noch nicht so lange gibt: Die Maisterei. Gegründet wurde sie 2013 von Robert Matheis, damals einer der jüngsten Bäckermeister Deutschlands. Die Idee eine glutenfreie Bäckerei zu machen, kam ihm beim Kaffeetrinken mit seinem Vater, der Name – der für glutenfreie Mais-Meisterbäckerei steht – fiel Matheis in der Badewanne ein. Im September 2013 wurde die erste Filialbäckerei in Hessen eröffnet und damit der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte gelegt. Schon im zweiten Jahr des Bestehens wurde expandiert, mittlerweile gibt es drei Filialen. Im November 2013 ging der Webshop online und seit kurzem wird auch nach Österreich verschickt.

Da konnte ich natürlich nicht anders, als gleich zu bestellen. Was genau ich bestellt habe und wie mein erster Eindruck war, könnt ihr in diesem kurzen „Unpacking“-Video sehen:

 

Mittlerweile habe ich auch schon einiges gekostet und ja, die Produkte halten, was sie versprechen. Besonders toll finde ich die Knusperstangen! Gelagert wird übrigens alles in meiner Tiefkühltruhe, die Brote wie vorgegeben aufgeschnitten. Alle Brötchen müssen fertiggebacken werden – was übrigens laut Beschreibung auch in der Mikrowelle geht. Das hab ich aber noch nicht probiert, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass sie dann wirklich so toll schmecken, wie im Backrohr aufgebacken. Die Schokotulpe hab ich kurz in der Mikrowelle angewärmt, aber die hat ehrlich gesagt nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Auf Facebook hat „Die Maisterei“ übrigens angekündigt, dass es bald eine Fertigmischung für Brownies geben wird. Das ohnehin bereits sehr umfangreiche Sortiment wird also laufend erweitert.

 

Kaffeepause mit glutenfreier Schokotulpe

Interessant für Coelis ist bei der Maisterei auch der Preis. Zwei Stück Saatenbrötchen kosten zum Beispiel 2,10 Euro, zwei Knusperstangen 4,20 Euro, das Landbrot (750 Gramm) 6,69 Euro, das Maisterbrot (750 Gramm) 5,49 Euro. Sicher, könnte man jetzt sagen, von den Preisen für „normale“ Brote sind wir da auch noch ein Stück weit entfernt. Aber daran ist man ja gewöhnt und da ich auch schon mal Brot hatte, das 18 Euro pro Kilo gekostet hat oder eines, bei dem man für 250 Gramm 3,49 Euro bezahlt (das entspricht einem Kilopreis von 13,96 Euro), wird klar, dass sich die Maisterei-Preise wirklich in einem vernünftigen Rahmen bewegen. Vor allem weil es auch Brot ist, von dem man satt wird, weil man schmeckt, dass etwas drin ist. Dadurch ist es vielleicht nicht ganz so locker fluffig, aber da sind wir wieder beim Anfang: glutenfreies Brot ist nicht mit glutenhältigem Brot zu vergleichen. Und mit den steinharten Brocken, die sich beim Anschneiden in einen Bröselhaufen verwandeln, haben diese Brote glücklicherweise wirklich gar nichts mehr zu tun.

 

Fazit:

Die Maisterei kann man absolut empfehlen. Wie beschrieben stimmen Geschmack und Preis/Leistung. Und die Bäckerei hat ein für mich sehr sympathisches Konzept: Gebacken wird so viel, wie bestellt wird – also keine Überproduktion. Die frischen Backwaren werden schon am nächsten Tag (in Deutschland) oder nach ein bis zwei Tagen (nach Österreich) geliefert. Versandkostenfrei wird nach Österreich ab 59,99 Euro Bestellwert geliefert (Deutschland ab 49,99 Euro).

 Glutenfreies Brot

2 thoughts on “Brot, das hält, was es verspricht

  1. Sehr interessant, vielen Dank für den Hinweis. Als Betroffener freut man sich immer über neuen Input. Werde mir die Seite gleich mal anschauen und entsprechend bestellen. Vielen Dank dafür. Muss gleich mal deine Blogbeiträge durchstöbern:). Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar