Zöliakie – oder: Die Wahrheit hinter dem glutenfrei-Trend

Weil auf vielen Produkten eine „glutenfrei“-Kennzeichnung zu finden ist, weil Lokale glutenfreie Speisen anbieten und die Allergenverordnung Gluten explizit ausweist, könnte man fast denken, sich glutenfrei zu ernähren sei zum Massentrend geworden. Prominente tuen öffentlich kund, auf Gluten zu verzichten, manch einer erklärt diese Ernährungsweise gar zur ultimativen Diät. Gerade letzteres ist aber schlicht Blödsinn. Wer sich glutenfrei ernährt um abzunehmen, wird ziemlich sicher eine unangenehme Überraschung erleben.
Aber was hat es nun damit auf sich? Ist glutenfrei eine gesündere Ernährungsweise oder das Label „glutenfrei“ einfach Geschäftemacherei?
Auch wenn es gerade etwas Trend geworden ist, sich mit den Inhaltsstoffen von Lebensmittel zu beschäftigen und Unverträglichkeiten fast zum Standardrepertoire von Influencern gehört, gibt es doch eine Gruppe, für die das kein Trend, kein Abnehmprogramm und kein Mittel um Aufmerksamkeit zu generieren ist. Sondern im Gegenteil, eine lebensnotwendige Art der Ernährung: Jene Menschen, die Zöliakie erkrankt sind.

Folgenreiche Autoimmunerkrankung

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung mit den Symptomen einer Allergie. Der Körper reagiert überschießend auf einen an sich ungefährlichen Stoff – in diesem Fall Gluten – und greift sich letztlich selbst an. Gluten lösen bei Menschen mit Zöliakie eine Entzündung im Dünndarm aus, dadurch sterben Schleimhautzellen ab. In der Folge gehen die Dünndarmzoten, die für die Aufnahme der Nahrung zuständig sind, verloren. Die lebensnotwendigen Stoffe der Nahrung können nicht mehr in den Körper gelangen, schwere Mangelerscheinungen sind die Folge. Früher, als die Krankheit bzw. ihr Auslöser noch nicht bekannt war, sind die Betroffenen letztlich daran verstorben.
Das ist besonders tragisch, da die Behandlung eigentlich vergleichsweise einfach ist: glutenfreie Ernährung. Wenn man auf die Getreidesorten mit Gluten (und all ihre Folgeprodukte) verzichtet, erholt sich der Darm und man ist faktisch gesund.

Glutenhaltiges Getreide ist verboten

Verboten sind: Dinkel, Weizen, Roggen, Gerste, Kamut, Emmer, Hartweizen, Einkorn.
Ja, das ist in vielen Produkten drinnen. Aber genau davon handelt dieser Blog: Wie kann ich mich sicher glutenfrei ernähren? Woran erkenne ich, in welchen Produkten vielleicht auch versteckte Gluten sind? Und welche Lokale, Länder und Hotels sind empfehlenswert?
Aber ich möchte euch auch mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Laufenden halten, denn gerade in den USA wird viel zum Thema geforscht. Zöliakie ist nicht heilbar, aber immer wieder wird an einem Medikament geforscht, wie Gluten für Betroffene trotzdem verträglich sein können. Derzeit gibt es dazu noch nichts und die Mittelchen, die es auf dem Markt gibt, sind nicht für Zöliakie-Betroffene geeignet!

Vielfältige Symptome – oder auch gar keine

Noch ein Satz dazu, wie man überhaupt erkennt, ob man an Zöliakie leiden könnte. Das ist nämlich gar nicht so einfach, da die Symptome sehr diffus und breitgefächert sind: Krankheitsgefühlt mit Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Blähungen und abnorme Stühle, Muskel- und Gelenksschmerzen, Ausschlag, Eisenmangelanämie und Erbrechen. Ein Zeichen kann auch ein sehr aufgeblähter, harter Bauch sein. Dazu kommen noch Völlegefühl, Osteoporose, Appetitlosigkeit oder ständiger Hunger, Nierenerkrankungen, Unfruchtbarkeit, Menstruationsstörungen, chronische Magenschleimhautentzündungen, Depressionen. Bei Kindern sind oft Gedeihstörungen ein Zeichen, aber auch psychische Symtome wie Reizbarkeit und Übellaunigkeit.
Hab ich noch etwas vergessen? Achja, und ganz viele Betroffene haben gar keine Symptome. Damit dürfte auch klar sein, warum die Dunkelziffer noch immer hoch sein dürfte. Statistisch betrachtet sind rund ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Bei den meisten Betroffenen wird erst im Erwachsenen-Alter festgestellt, dass sie Zöliakie haben. 34 Prozent der Betroffenen sind bei der Diagnose über 20 Jahre alt.
Gerne wird – völlig faktenbefreit – von einer „Trend-Erkrankung“ gesprochen oder einem Krankheitsbild, das neu auftaucht, weil sich die Lebensmittel verändert hätten. Aber das stimmt so nicht. Schon im 2. Jahrhundert nach Christus wurde die „bauchige Krankheit“ beschrieben, 1888 beschrieb Samuel Gee die „coeliac affection“. Allerdings ohne den Auslöser für die Beschwerden zu kennen. Diese wurden 1950 von Willem Karel Dicke entdeckt. Also ein ziemlich lang anhaltender „Trend“…
Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass das Wissen über Zöliakie erst in den vergangenen 20 Jahren wirklich breit geworden ist. Das hängt mit der verbesserten Diagnostik zusammen, mit einem breiteren Wissen in der Ärzteschaft und einer generellen Sensibilität für Fragen der Ernährung in der Bevölkerung.

Gut und gesund leben mit Zöliakie

Glutenfrei leben

Ihr seht, das Thema ist breit gefächert und mit viel Unwissenheit und Vorurteilen behaftet. Mit meinem Blog will ich dieser Unwissenheit auch etwas entgegenwirken und Betroffenen Mut machen, wie sie auch mit Zöliakie ein gutes und gesundes Leben führen können.
Ich freue mich, wenn ihr euch auf der Seite umseht, reinlest und vielleicht einen Kommentar hinterlasst!

Eure Barbara

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