Italien – Traum aller Zölis?

Italienische Küche und Zöliakie? Geht ja eigentlich gar nicht zusammen. Man denke nur an Pizza, Pasta, Brot immer und überall als Beilage, Kuchen und Croissants als Frühstück. Die Ernährung ist also generell weizenlastig und das zeigt sich naturgemäß auch in den Supermarktregalen. Und trotzdem war ich bei meinem jüngsten Italienbesuch wieder überrascht, wie groß die Auswahl an glutenfreien Produkten ist. Auch – oder vor allem? – an touristischen Orten wie Bibione. Dort entdeckte ich in einem Supermarkt sage und schreibe vier verschiedene Sorten glutenfreie Nudeln. In österreichischen Supermärkten gibt es eine, höchstens zwei zur Auswahl.

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 Am Strand die nächste Überraschung: Am Eiswagen waren jene Sorten, die auch für Coelis geeignet sind, mit dem internationalen Glutenfrei-Symbol gekennzeichnet. Zu meinem Glück fehlte eigentlich nur noch eines: Eine glutenfreie Pizza. Hatte ich in Österreich schon einmal, hat mich nicht überzeugt (wobei das wohl eher daran lag, das der Teig zu speziell und für sich genommen schon zu geschmacksintensiv war). Aber eine klassische italienische Pizza essen können? Verlockende Aussicht. Und wirklich: Zufällig kamen wir an einem Restaurant vorbei (Maxim, Bibione-Pineda), das schon draußen Schilder hängen hatte: „Pizza – senza glutine – gluten free“. Angeboten wurden alle Pizzen, die es auch „normal“ gibt, mit einem Aufschlag von 1,50 Euro. Ich entschied mich für Schinken und Pilzen um 7,50 Euro.

 

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  • Bei der Bestellung: Bei der Erwähnung des Wortes „glutenfrei“ zur Kenntnis nehmendes Nicken.
  • Die Pizza: nicht ganz tellerfüllend groß, der Teig hauchdünn, der Belag sehr üppig.
  • Der Geschmack: feiner, unaufdringlicher Teig, den Belag nicht überlagender. Sehr knuspriger, hauchdünner Rand.
  • Geschmacksurteil der Nicht-Coeli-Begleitung: Sehr gut, man schmeckt fast keinen Unterschied.
Mir geht es ja normalerweise nicht darum, dass glutenfrei möglichst so schmecken muss, wie es nicht-glutenfrei tut. Aber in Sachen Pizza bin ich schon lange auf der Suche nach diesem Fast-Original-Geschmack, um die Faszination Pizza endlich verstehen zu können. Und ich muss sagen, ja, dieses Mal wurde mir klar, warum diese Teigfladen mit Beilage das beliebteste Essen der Welt sind. Mit einer Einschränkung: Eine ganze Pizza habe ich auch dieses Mal nicht geschafft. Wer bitte kann so viel Käse essen?

 

Und zum Schluss noch einen Lokaltipp: Glutenfreie Lasagne, Pizza und auch Tortellini gibt es im King’s Garden in Bibione am Plaza de Fontana.
Die Speisekarte:
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Übrigens: Dass es auch in Österreich einige Möglichkeiten gibt, tolle glutenfreie Pizza zu essen, habe ich wenig später erfahren. Zum Beispiel bei Vapiano – hier geht es zu meinem Testbericht.
Und wer auch sprachlich bestens vorbereitet sein will, dem sei dieses Urlaubs-Quiz empfohlen: „Wie sagt man glutenfrei auf…“ 

2 thoughts on “Italien – Traum aller Zölis?

  1. Meine Tochter hat während unseres Urlaubs 3 mal im Maxim glutenfrei Pizza gegessen. Beim dritten mal bekam sie ein Paar Stunden später Durchfall und für sie typische Symptome.

    1. Hallo Franziska!
      Oje, das ist natürlich sehr blöd! Danke für den Hinweis.
      Das ist wieder einmal der Beweis, dass man beim Essen gehen gar nicht oft genug darauf hinweisen kann, dass wirklich glutenfrei gewünscht ist!
      Viele Menschen wissen leider nicht, wie tatsächlich schmerzhaft es für Betroffene ist, wenn hierbei Fehler passieren.
      Hoffentlich ging es deiner Tochter rasch wieder besser!
      LG
      Barbara

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