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Wie eine Coeli zur Biertrinkerin wurde

Also eigentlich dachte ich ja, Bier und glutenfrei passen nicht zusammen. Jetzt hat mich schon die glutenfreie „Bio Weisse“ vom Gegenteil überzeugt. Ich finde dieses Bier toll, aber Weißbier ist auch nicht jedermanns Sache. Umso größer meine Freude, als ich vom Brauhaus Gusswerk die Info bekam, auch sie hätten glutenfreies Bier im Sortiment. Und dazu noch einen glutenfreien Rhabarber-Radler.

 

Netterweise stellte mir Gusswerk ein Probierpaket zur Verfügung und ich habe mich auch gleich durchgekostet. Mein Fazit: Das „Zum Wohl glutenfrei“ ist sehr gut. Nicht zu hopfig, einen ausgeprägten Malzkörper, trotzdem eine schöne Bitterheit. Und eine tolle Farbe. Wegen meiner Zöliakie war ich nie Biertrinkerin und selbst wenn ich mal einen Schluck gekostet habe, hielt sich die Begeisterung in sehr engen Grenzen. Und nun weiß ich auch den Grund: Bier entfaltet seinen Geschmack langsam. Es braucht mehrere Schlucke, um das Bier wirklich in seiner Fülle zu schmecken. Und dann kommt auch der Genuss. Ja, Gusswerk hat geschafft, wofür die Salzburger Biermanufaktur mit ihrem glutenfreien Weissbier den Grundstein gelegt hat: Mich zur Biertrinkerin zu machen.  Das „Zum Wohl glutenfrei“ ist wie alle Biere von Gusswerk ein Bio-Bier, es hat 4,9 Prozent Alkohol und wurde kürzlich zum „Best-of Bio 2016″ gewählt.

Brauhaus Gusswerk "Zum Wohl glutenfrei"

Auf den „Zum Wohl Rhabarber-Radler“ habe ich mich sehr gefreut, leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Was aber auch daran liegt, dass ich mir unter Radler einfach den klassisch Zitronen-spritzigen Radler vorgestellt habe. Durch den Rhabarber nicht ganz so spritzig und hat relativ viel Fruchtsäure. Meine erste Assoziation war Multivitamin-Saft – also sehr fruchtig. Nicht falsch verstehen: Das heißt nicht, dass der Rhabarber-Radler nicht schmeckt. Es heißt nur, er erinnert mich eher an Saft, als an Bier. Ein Glück, dass er nur 2,5 Prozent Alkohol hat…

Brauhaus Gusswerk "Zum Wohl Rhabarber-Radler glutenfrei"

Mich interessiert immer auch die Geschicht hinter den Produkten. Vor allem: Wie kommt ein Bierbrauer auf die Idee, ein glutenfreies Bier zu produziern? Im Fall von Braumeister Reinhold Barta war es die familiäre Betroffenheit, zwei seiner Brüder haben Zöliakie. Ob sie ihrem Bruder so lange in den Ohren gelegen haben, bis er das „Zum Wohl“ braute, oder ob er seinen Brüdern damit eine schöne Überraschung bereitete, hat Barta nicht verraten. Wie dem auch sei, ich finde es toll. Und es zeigt wieder: Zöliakie ist nicht so selten, wie viele glauben. Und: Mit ein bisschen Engagment und Experimentierfreude entstehen tolle glutenfreie Produkte.

 

Was Coelis vielleicht gleich auffällt: Weder das „Zum Wohl“ noch der Rhabarber-Radler tragen das offizielle Glutenfrei-Symbol. Sie sind aber glutenfrei, wie Barta betont: „Unser Bier liegt normalerweise bei ca. 2-6 ppm.“ Der gesetzliche Grundwert von 20 ppm wird damit deutlich unterschritten.

 

 

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