Glutenfrei urlauben an der Amalfiküste

Italien ist ja für Zöliakiebetroffene schon fast soetwas wie eine sichere Bank. Es gibt viel Auswahl und auch deutlich mehr Wissen über glutenfreie Ernährung wie zum Beispiel in Österreich. Das war die Erfahrung, die ich bei einigen Urlauben in Norditalien schon gemacht hatte. Also habe ich mich dieses Jahr an Süditalien gewagt, genauer gesagt an die Amalfiküste, eine der bekanntesten Urlaubsregionen Italiens. Und zweifelsohne auch eine der schönsten. Die Steilküste ist atemberaubend, die Orte entzückend und sobald man abseits der Touristentrampelpfade unterwegs ist, wird es auch richtig entspannend.

Wir waren zwar nicht im Nirgendwo, aber auch aufgrund der doch eher geschmalzenen Preise in dieser Region haben wir nicht direkt am Meer genächtigt. Wir waren oberhalb der Küste in dem kleinen Ort Agerola in dem Agriturismo Mare e Monti. Über unsere Autofahrt vom Flughafen Neapel zur Unterkunft könnte ich Bände schreiben. Ich spare mir das an dieser Stelle. Nur so viel: Danach waren wir sehr viel mit dem Bus unterwegs. Aber: Lage und Aussicht der Unterkunft sind atemberaubend, das Service und die Freundlichkeit des Personals top.

Busse sind übrigens auch überraschend günstig und vor allem bei der Fahrt nach Amalfi direkt auch wirklich zu empfehlen. Mir ist es ein Rätsel, wie sich ein normaler Mensch diese engen Kurven mit verrücktem Gegenverkehr und noch verrückteren Vespa-Fahrern antut.

Aber nun zum entscheidenden Punkt: Das Essen. Wie immer hatte ich schon bei der Reservierung mehr als einmal nachgefragt, ob glutenfreies Essen ein Problem sei. Bei Silvio, so heißt der überaus gastfreundliche Inhaber, gibt es Frühstück und die Möglichkeit Abends zu essen. Auf meine Frage hieß es: Kein Problem, aber bitte bei Ankunft noch einmal dran erinnern. Das habe ich gemacht und dann war es tatsächlich „no problem“. Zum Frühstück bekam ich verpackte Muffins und Schär Baguettes, beim Abendessen sogar glutenfreie Nudeln. Und jedes Mal wurde mir die Verpackung gezeigt, ob es denn eh die richtigen Nudeln seien. Eine besondere Freude machte man mir dann mit glutenfreien Bruscetta – fand ich einfach sehr aufmerksam, dass auch an die Vorspreise gedacht wurde.

Was mich ja am meisten überraschte: In Agerola gab es in dem Ortsteil wo wir waren, zwei Mini-Supermärkte. Und beide führten Schär-Produkte! Es wäre also auch kein Problem gewesen, sich selbst zu versorgen, falls man in einer Ferienwohnung nächtigt.

Es gibt in dem Ortsteil San Lazzaro in Agerola auch noch das Ristorante Leonardo’s, wo es glutenfreie Pizza gibt! Man kann sich meine Freude vorstellen. Ich wurde auch nicht enttäuscht, der Geschmack war 1A.

In Amalfi selbst gab es dann noch eine freudige Überraschung. Wir liefen durch den sehr kleinen Ort auf der Suche nach einem Lokal für ein Mittagessen. Fast überall standen Keiler vor der Türe, die ihre Speisen anpriesen. Einen besonders Aufdringlichen wollte ich mit dem Hinweis „glutenfree, senza glutine“ abwimmeln. Und was bekomme ich als Antwort: „Si!“ Ich habe dann noch dreimal nachgefragt und tatsächlich: Es gab glutenfreie Nudeln. Ich konnte mir jedes Pastagericht aussuchen. Und geschmeckt hat es wieder wunderbar! Ach ja, es war das „Da Barraca“ gleich nach dem kleinen Durchgang in die Altstadt von der Bushaltestelle kommend.

So ist es fast durchgehend gewesen, egal ob in Pompeji, Salerno oder Positano. Man kennt glutenfrei und es gibt auch überraschend oft etwas zu essen. Also mich hat es wieder bestärkt: Das beste glutenfreie Urlaubsland ist Italien!

Glutenfreie Auswahl am Flughafen in Neapel

 

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